Glaube und Gemeinschaft

Behandelt und handlungsfähig werden

Heilig Geist Burghausen HDB am 04.02.2024

Das Wort Hand ist ein „Urwort“, die Hände ein Ursymbol. Viele Redewendungen gibt es dazu: „etwas in die Hand nehmen“, „zwei linke Hände haben“, „in die Hände spucken“, jemandem sind „die Hände gebunden“, „die Fäden in der Hand haben“, „Die Hände in Un-schuld waschen“, etwas „aus der Hand geben“ … Die Hände sind ein Symbol für den ganzen Menschen in seinem aktiv-sein, in seiner „Handlungsfähigkeit“.

Durch eine gute Be-Hand­lung kön­nen gute Kräf­te in einem Men-schen (wie­der) zum Leben erweckt wer­den. Den­ken wir an Strei­chel­ein­hei­ten, an eine wohl­tu­en­de Mas­sa­ge, einen Hän­de­druck, in dem ich Herz­lich­keit oder Anteil­nah­me spü­re oder die hilf­rei­che Hand, die vor einem Sturz bewahrt oder danach wie­der auf­hilft. Jesus be-han­delt heu­te zunächst die Schwie­ger­mut­ter des Simon. Er fass­te sie an der Hand und rich­te­te sie auf“. Im Aus­druck er rich­te­te sie auf“ klingt mehr an, als dass sie wie­der von ihrem Lager auf­ste­hen kann. Den­ken wir mal dar­an: Wie ist das, wenn ich mich wie­der auf­rich­ten kann, wie­der auf­ge­rich­tet wer­de, etwa, nach­dem mich Leid und Sor­ge nie­der­ge­drückt haben? Men­schen mit allen mög­li­chen Krank­hei­ten und Lei­den legt Jesus danach die Hän­de auf und über­trägt ihnen die Kraft, die an Leib und See­le heilt. Heil sein“ ist mehr und manch­mal ande­res als gesund sein“. Man­che Men­schen habe ich erlebt, die auch in Leid und Krank­heit eine unglaub­li­che Aus-strah­lung hat­ten. z.B. eine schwer­kran­ke Frau, die mit Gelas­sen­heit ihrem Ster­ben ent­ge-gen­bli­cke oder einen Mann, den ich für sei­ne Lebens­freu­de und posi­ti­ve Aus­strah­lung be-wun­der­te und dann erfah­ren habe, welch schwe­res Schick­sal er hat­te. Da bekom­me ich eine Ahnung davon, was heil sein“ meint. Jesus heilt von innen her, er befreit die See­le von Angst, er rich­tet auf, macht hand­lungs-fähig. Völ­lig klar, dass sich da die gan­ze Stadt ver­sam­melt und alle ihn suchen“. Er aber sonnt sich nicht in sei­nem Erfolg, er bleibt nicht ein­mal im Ort, um noch alle zu hei­len, die es nötig haben. Er zieht sich zurück in die Stil­le, ins Gebet. Er sucht die Ver­bin-dung mit sei­nem Vater, um sei­nen Auf­trag klar zu erken­nen, viel­leicht auch wie­der klar zu erken­nen. Und der Auf­trag ist: Das Reich Got­tes ver­kün­den durch Wort und Tat. Durch Hand­lung und durch Spra­che zei­gen, was Gott für die Men­schen will: dass sie auf­ge­rich­tet, auf­recht sind, hand­lungs­fä­hig, frei von Angst und lebens­hin­der­li­chen Kräf­ten. Jesu Reak­ti­on dar­auf, dass er gesucht wird, klingt zunächst selt­sam: Lasst uns anders­wo hin­ge­hen“, sagt er dar­auf. Im zwei­ten Blick kommt es mir vor, als ob er den Men­schen in Kafar­na­um – und genau­so uns heu­te — sagen möch­te: Ihr wisst jetzt wie´s geht. Behan­delt die Men­schen so, dass sie sich auf­rech­ten kön­nen, dass sie hand­lungs- und lebens­fä­hig wer­den! Und wenn ihr nicht wisst, wie das kon­kret gehen soll und was jetzt dran ist, dann geht in die Stil­le, be-tet, sucht die Ver­bin­dung mit eurem himm­li­schen Vater!“ 

Bri­git­ta Neckermann-Lipp

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Brigitta Neckermann-Lipp

Referentin im Haus der Begegnung HEILIG GEIST

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