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Gedanken zum Karfreitag | "Einer, der mit uns fühlt."

Heilig Geist Burghausen HDB am 19.04.2025

Info Icon Foto: Ludwig Raischl / Canva RA

Wir haben die Passion, das Leiden Jesu nach Johannes gehört. Im Hören sind wir den Weg Jesu ans Kreuz mitgegangen. Es ist der Weg, den Jesus für uns gegangen ist, wie es im Großen Glaubensbekenntnis heißt: für uns Menschen und zu unserem Heil. 

Des­we­gen ist er Mensch gewor­den, ist gekreu­zigt, gestor­ben und begra­ben wor­den und auf­er­stan­den. Der Lesungs­text aus dem Hebrä­er­brief stellt uns Jesus als den Hohe­pries­ter, als den Pon­ti­fex vor, der mit uns fühlt und mit­lei­det. Er hat eine Sym­pa­thie für uns Men­schen. Er ist der wah­re Pon­ti­fex, der im Mit­füh­len unser mensch­li­ches Dasein mit Gott verbindet. 

Die­sem Gedan­ken fol­gend bin ich die Pas­si­on durch­ge­gan­gen und grei­fe 3 Augen­bli­cke her­aus, die Jesus in sei­nem Lei­den als Mit­lei­den­den und Mit­füh­len­den zeigt.

Da ist die Sze­ne der Ver­haf­tung im Gar­ten. Petrus greift zum Schwert und haut dem Die­ner, sogar sein Name Malch­us ist über­lie­fert, das Ohr ab. Jesus, der die Gewalt ablehnt, gebie­tet sei­nem Freund Ein­halt und sym­pa­thi­siert mit dem Knecht der geg­ne­ri­schen Seite. 

Zwei­ter Augen­blick: Da ist Petrus im Hof des Hohe­pries­ters. Drei­mal ver­leug­net er Jesus und sagt: Ich bin es nicht. Er steht nicht zu sei­ner Freund­schaft mit Jesus. Im Grun­de steht er nicht zu sich sel­ber. Im Ver­leug­nen Jesu ver­leug­net er sich sel­ber, sei­ne Exis­tenz. Das unter­schei­det Petrus von Jesus. Jesus sagt zwei­mal bei der Ver­haf­tung Ich bin es“. Der Evan­ge­list berich­tet nüch­tern und gleich kräh­te ein Hahn — Punkt.“ Blei­ben wir bei die­sem Punkt. Gibt es noch einen Blick­kon­takt von Jesus zu Petrus – einen mit­füh­len­den Blick vom ver­ra­te­nen Freund zum Ver­sa­ger? Es ist der hei­len­de Blick, der Petrus wei­nen lässt, wie es die ande­ren Evan­ge­li­en berich­ten. Welch eine Sympathie!

Drit­te Sze­ne: Jesus ist ans Kreuz geschla­gen. Jesus sieht in den letz­ten Momen­ten vor sei­nem Ster­ben auf die, die ihn auf sei­nem letz­ten irdi­schen Weg beglei­tet haben, neben den Frau­en sei­ne Mut­ter und den Lieb­lings­jün­ger. In einen sei­ner letz­ten Wor­te sagt er: Frau, sie­he dein Sohn – Sohn sie­he dei­ne Mut­ter. Anschei­nend ist es Jesus wich­tig, dass wenn er geht, nie­mand allein zurück­bleibt. Der Jün­ger nimmt Maria zu sich. So ein­fühl­sam ist Jesus noch am Kreuz. In der Aus­le­gung die­ser Sze­ne hat die frü­he Kir­che einen Hin­weis auf das neue Volk Got­tes gese­hen. In die­ser Gemein­schaft gibt es ein Auf­ein­an­der­schau­en, so der Auf­trag des Herrn. In der Kir­che Jesu Chris­ti soll es einen acht­sa­men Blick auf die Ein­sa­men geben. Vor kur­zem habe ich einen Bericht von einer nige­ria­ni­schen Schwes­ter gele­sen, die in der äußerst unsi­che­ren Sahel­zo­ne lebt und arbei­tet. Auf Nach­fra­ge sagt sie kurz: was ich sehe, sind Men­schen, die Hil­fe brau­chen. Das lässt sie tätig wer­den. Sol­che Men­schen wie die­se Schwes­ter sind in der Spur Jesu, der am Kreuz noch die Sei­nen sieht und mit ihnen fühlt.

Jesus in sei­ner Pas­si­on hat uns die Sym­pa­thie, das Mit­lei­den und Mit­füh­len mit den Men­schen gezeigt. Blei­ben wir in sei­ner Spur. Amen.

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Ludwig
Raischl

Theologischer Referent

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