Foto: Brigitta Neckermann-Lipp
Zum Ende der Ausstellung „Manchmal male ich ein Haus für uns – Europas vergessene Kinder“ standen die Träume, Hoffnungen und Schicksale von Kindern aus dem Flüchtlingslager auf Lesbos im Mittelpunkt. Günther Jäger berichtete eindrucksvoll von der aktuellen Situation vor Ort und der Arbeit von „Home for All“. Unsere Küche sorgte mit einem passenden Imbiss für den kulinarischen Rahmen, zudem konnte hochwertiges Olivenöl aus Lesbos verkostet werden.
Die Ausstellung „Manchmal male ich ein Haus für uns“ ist auf Kinder fokussiert. Weltweit sind 130 Millionen Menschen auf der Flucht, 40 – 45% davon sind Kinder. Es gibt ein Sprichwort „Wenn die Kinder wieder lachen können, geht es auch den Eltern besser.“ Diese Erfahrung machen auch Günther und Uschi Jäger. Wenn sie im Lager sind, gehen sie in jede Unterkunft, sie bringen nahrhaftes Essen zu den Kranken, Alten, Schwangeren, Behinderten, verteilen Snacks für die Kinder, organisieren medizinische Versorgung oder besorgen dringend benötigte Schlafmatten. Immer wieder ermöglichen sie Menschen in Not konkrete Unterstützung – schnell, unbürokratisch und direkt. Das Wichtigste aber ist Da-Sein, Zeit schenken, sagt Günther Jäger. Hingehen, fragen „Wie geht´s?“ und sich die Erzählungen anhören. Oder gemeinsam aushalten, was oft kaum in Worte zu fassen ist. Auf die Frage „Warum machst du das?“ holt Günther Jäger sein Kreuz unter dem Shirt hervor. Zu seiner Motivation für die Weihe zum Diakon sagt Günther Jäger: „Ich will bei den Menschen sein.“ Das sind er und seine Frau Uschi seit 5 Jahren ganz konkret bei den Menschen im Flüchtlingscamp Kara Tepe auf Lesbos. Um nachhaltig helfen zu können, entstand gemeinsam mit „Support International“ eine biologische Landwirtschaft auf Lesbos. Menschen aus dem Camp bewirtschaften Felder und Gewächshäuser, bauen Gemüse an und sichern damit ihren Lebensunterhalt. Zusätzlich wurde eine Olivenplantage gepachtet. Aus der Ernte entsteht das hochwertige Olivenöl „Nika“, dessen Verkauf die Hilfsprojekte finanziert. Das Öl ist auch in unserem Konrad-Stüberl erhältlich. Der Erlös geht zu 100% an die Arbeit von Günther Jäger. „Wir können nicht überall helfen“, sagte Günther Jäger zum Abschluss des Abends. „Aber für die Menschen, denen wir helfen können, macht es einen Unterschied.“ So wurde der Abend nicht nur zu einer Information über eine oft vergessene Krise, sondern auch zu einer Einladung, Mitgefühl zuzulassen – und vielleicht selbst ein Stück Hoffnung weiterzugeben.



