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Vergessene Krisen | Günther Jäger auf Lesbos

Brigitta Neckermann-Lipp am 08.05.2026

Info Icon Foto: Brigitta Neckermann-Lipp

Zum Ende der Ausstellung „Manchmal male ich ein Haus für uns – Europas vergessene Kinder“ standen die Träume, Hoffnungen und Schicksale von Kindern aus dem Flüchtlingslager auf Lesbos im Mittelpunkt. Günther Jäger berichtete eindrucksvoll von der aktuellen Situation vor Ort und der Arbeit von „Home for All“. Unsere Küche sorgte mit einem passenden Imbiss für den kulinarischen Rahmen, zudem konnte hochwertiges Olivenöl aus Lesbos verkostet werden. 

Die Aus­stel­lung ​„Manch­mal male ich ein Haus für uns“ ist auf Kin­der fokus­siert. Welt­weit sind 130 Mil­lio­nen Men­schen auf der Flucht, 40 – 45% davon sind Kin­der. Es gibt ein Sprich­wort ​„Wenn die Kin­der wie­der lachen kön­nen, geht es auch den Eltern bes­ser.“ Die­se Erfah­rung machen auch Gün­ther und Uschi Jäger. Wenn sie im Lager sind, gehen sie in jede Unter­kunft, sie brin­gen nahr­haf­tes Essen zu den Kran­ken, Alten, Schwan­ge­ren, Behin­der­ten, ver­tei­len Snacks für die Kin­der, orga­ni­sie­ren medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung oder besor­gen drin­gend benö­tig­te Schlaf­mat­ten. Immer wie­der ermög­li­chen sie Men­schen in Not kon­kre­te Unter­stüt­zung – schnell, unbü­ro­kra­tisch und direkt. Das Wich­tigs­te aber ist Da-Sein, Zeit schen­ken, sagt Gün­ther Jäger. Hin­ge­hen, fra­gen ​„Wie geht´s?“ und sich die Erzäh­lun­gen anhö­ren. Oder gemein­sam aus­hal­ten, was oft kaum in Wor­te zu fas­sen ist. Auf die Fra­ge ​„War­um machst du das?“ holt Gün­ther Jäger sein Kreuz unter dem Shirt her­vor. Zu sei­ner Moti­va­ti­on für die Wei­he zum Dia­kon sagt Gün­ther Jäger: ​„Ich will bei den Men­schen sein.“ Das sind er und sei­ne Frau Uschi seit 5 Jah­ren ganz kon­kret bei den Men­schen im Flücht­lings­camp Kara Tepe auf Les­bos. Um nach­hal­tig hel­fen zu kön­nen, ent­stand gemein­sam mit ​„Sup­port Inter­na­tio­nal“ eine bio­lo­gi­sche Land­wirt­schaft auf Les­bos. Men­schen aus dem Camp bewirt­schaf­ten Fel­der und Gewächs­häu­ser, bau­en Gemü­se an und sichern damit ihren Lebens­un­ter­halt. Zusätz­lich wur­de eine Oli­ven­plan­ta­ge gepach­tet. Aus der Ern­te ent­steht das hoch­wer­ti­ge Oli­ven­öl ​„Nika“, des­sen Ver­kauf die Hilfs­pro­jek­te finan­ziert. Das Öl ist auch in unse­rem Kon­rad-Stüberl erhält­lich. Der Erlös geht zu 100% an die Arbeit von Gün­ther Jäger. ​„Wir kön­nen nicht über­all hel­fen“, sag­te Gün­ther Jäger zum Abschluss des Abends. ​„Aber für die Men­schen, denen wir hel­fen kön­nen, macht es einen Unter­schied.“ So wur­de der Abend nicht nur zu einer Infor­ma­ti­on über eine oft ver­ges­se­ne Kri­se, son­dern auch zu einer Ein­la­dung, Mit­ge­fühl zuzu­las­sen – und viel­leicht selbst ein Stück Hoff­nung weiterzugeben.

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