Sonntagsimpuls

Sonntagsgedanken | Der Heilige Nikolaus

Heilig Geist Burghausen HDB am 06.12.2025

Der Heilige Nikolaus hält seinen Stab in der hand Info Icon Foto: Rebekka Redinger-Kneißl

Sie sind unterwegs: verkleidete Männer, die besonders an diesem Wochenende in die Rolle des Heiligen Bischof Nikolaus schlüpfen. Sie blicken in strahlende Kinderaugen und auch für viele Erwachsene hat der Mann mit Mytra, Stab und goldenem Buch immer noch eine ganz besondere Anziehungskraft. 

Oft ist er nicht allein unter­wegs. Ein düs­te­rer Gesel­le, Knecht Ruprecht oder der Kram­pus beglei­tet ihn. Kin­der ver­ste­cken sich angst­er­füllt vor ihm. Oder aber das Gejoh­le ist groß, wenn die­ser bei so man­cher Ver­eins­fei­er mit sei­ner Rute aus­zieht und dem Vor­stand so rich­tig eins mit­gibt. Wäh­rend­des­sen liest der Niko­laus sei­ne Ver­se vor und über­prüft, ob auch ja jeder brav‘ war. 
Ich habe so mei­ne Zwei­fel, ob sich alle immer der Ver­ant­wor­tung ihrer Rol­le bewusst sind. 
Er muss schon Vie­les mit­ma­chen, die­ser Hei­li­ge, der der Legen­de nach weder der Ober­leh­rer in Erzie­hungs­fra­gen war, noch die Witz­fi­gur, die jede Pein­lich­keit noch ein­mal, schön aus­ge­schmückt zum Bes­ten gibt. Viel­mehr hat er die Not­la­gen sei­ner Mit­men­schen gese­hen und ihnen ermög­licht, ohne gro­ßen Auf­he­bens, wie­der in Wür­de zu leben und das zu tun, was wir allem am bes­ten kön­nen – Mensch sein. 

Aus einem über­stei­ger­ten Hei­li­gen­kult her­aus, wur­de ihm schließ­lich ein Gegen­spie­ler zur Sei­te gestellt. Eine dunk­le Gestalt mit viel­fäl­ti­gen Namen und unter­schied­li­chem Aus­se­hen. Es ist ein Stück weit ehr­li­cher und rea­li­täts­nä­her, dass es auch die­se Sei­te gibt. Jede und jeder trägt sie in sich, ob wir wol­len oder nicht – die gute und die böse Sei­te, die Licht­bli­cke und die Abgrün­de. 
Der Hei­li­ge Niko­laus zeigt uns dabei vor allem, wel­che Sei­te die Ober­hand behält. Nicht umsonst spricht man bei Knecht Ruprecht von einem Gesel­len. Der Lehr­meis­ter ist ein ande­rer, am Ende näm­lich Jesus Chris­tus selbst. 

Wir könn­ten also das Fest des Hei­li­gen Niko­laus zum Anlass neh­men, dass wir das Leben so anneh­men, wie es nun ein­mal ist – mit hel­len und dunk­len Sei­ten – und uns sel­ber über­prü­fen, wann wir wel­cher Sei­te die Ober­hand gewin­nen las­sen. 
Wenn wir dann, beson­ders im Mit­ein­an­der, uns gegen­sei­tig zum Guten antrei­ben und den ande­ren Mensch sein las­sen, dann ist der Hei­li­ge Niko­laus ein wah­rer Weg­be­rei­ter des­sen, des­sen Mensch­wer­dung wir bald fei­ern – Gott mit uns. 

Rebek­ka Redinger-Kneißl 

Direk­to­rin Haus der Begeg­nung HEI­LIG GEIST 
Refe­ren­tin für die Pries­ter der Welt­kir­che im Bis­tum Passau 

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