Sonntagsimpuls

Sonntagsgedanken | Bergerfahrung

Heilig Geist Burghausen HDB am 01.03.2026

Info Icon Foto: Rebekka Redinger-Kneißl

Erinnern Sie sich an Ihre letzte Bergtour? Denken wir kurz gemeinsam nach, wie das war. Der Aufstieg, mal locker, mal etwas beschwerlicher, verbunden mit Schweiß und Anstrengung. Schließlich waren Sie oben: Erschöpft, aber glücklich es geschafft zu haben. Und dann: dieser herrliche Ausblick. Wow! Von dort oben sieht die Welt doch gleich ganz anders aus. Die Welt vom Berggipfel aus betrachtet, ist irgendwie eine ganz andere als die, die man unten im Alltag erlebt. 

Wir kos­ten oben noch ein­mal den Blick aus und machen uns dann wie­der an den Abstieg. Und wäh­rend wir uns schon ein­mal see­lisch auf den Mus­kel­ka­ter am nächs­ten Tag ein­stel­len, wis­sen wir auch, dass wir nicht mehr die­sel­ben sind, wie die, die am Mor­gen zu die­ser Berg­tour auf­ge­bro­chen sind. Eine Berg­erfah­rung verändert. 

Im Evan­ge­li­um heu­te nimmt Jesus drei sei­ner Jün­ger mit auf eine Berg­erfah­rung. Sie gehen auf einen hohen Berg – das betont der Evan­ge­list sogar extra. Es weißt schon auf etwas Beson­de­res hin. Hoch oben, dem All­tag ent­zo­gen, aber nicht abge­ho­ben oder gar völ­lig los­ge­löst… Was wer­den die vier wohl mit­ein­an­der bespro­chen haben? Beim Evan­ge­lis­ten Lukas heißt es da, dass Jesus sie mit zum Gebet nahm. Mat­thä­us lässt das aus. Er schreibt, oben wird Jesus vor ihren Augen ver­wan­delt. Die­se Ver­wand­lung ist aber nur tem­po­rär. Die eigent­li­che Ver­wand­lung erle­ben die Jün­ger. Sie erhal­ten eine völ­lig neue Per­spek­ti­ve. Zwei der wich­tigs­ten Gestal­ten aus dem Juden­tum, Mose und Eli­jah, tau­chen auf. Aber es ist mehr als nur ein Zei­chen dafür, dass Jesus auch in die­ser Liga mitspielt“. 

Schau­en wir uns die Todes­ar­ten der bei­den an: Mose, der der das Gesetzt gebracht hat, darf das gelob­te Land nur schau­en, ehe er alt und greis gewor­den, dahin­schei­det. Eli­jah, der Vor­bo­te des Mes­si­as, dage­gen wird ent­rückt. Die Juden war­ten bis heu­te auf sei­ne Wie­der­kunft. 
Für uns Chris­ten ist das anders. Mit Jesus ist die Zeit erfüllt. Und so wird Jesus auch durch die Stim­me aus der Wol­ke affir­miert. Er ist Got­tes Sohn, auf den die Jün­ger ihre Auf­merk­sam­keit rich­ten sol­len. Er, der neue Bund, wird den Tod über­win­den, durch sei­ne Auf­er­ste­hung die voll­enden, die dahin­ge­schie­den sind und die, die ent­rückt wurden. 

Den Jün­gern wird gebo­ten zu schwei­gen, bis nach die­ser Voll­endung, nach der Auf­er­ste­hung. Weil erst dann alles einen Sinn ergibt. Weil dann die­se Berg­erfah­rung, die­ser Per­spek­tiv­wech­sel ein­ge­ord­net wer­den kann. 

Heut­zu­ta­ge wür­de man viel­leicht sagen, dass die Jün­ger geflasht“ waren. Geflasht – das geht ein wenig dar­über hin­aus wie nur sprach­los zu sein. Sie waren berührt, ange­rührt, zutiefst ergrif­fen. Bei Petrus wan­delt sich die­ses geflasht sein, schnell in Aktio­nis­mus. Er möch­te Hüt­ten bau­en. Den Moment fest­hal­ten, ein­frie­ren, bestän­dig hal­ten. Die Hüt­ten wür­den Sicher­heit bedeue­ten. 
Doch Flash-Momen­te sind dafür nicht gemacht.

Nach dem Gip­fel­er­leb­nis folgt der Abstieg zurück in die Rea­li­tät. Zurück in den All­tag. Aber mit einem ent­schei­den­den Unter­schied. Am Gip­fel wur­de zwar Jesus vor ihren Augen ver­wan­delt. Aber es sind die Jün­ger, die ver­wan­delt wie­der unten ankommen. 

Wir waren Augen­zeu­gen sei­ner Macht und Grö­ße‘ heißt es im Petrus­brief. In der Lesung vor­hin haben wir ähn­li­ches gehört. Die Erfül­lung der Ver­hei­ßung in Jesus Christus. 

Las­sen wir uns an die­sem Sonn­tag ein­la­den zu einer Gip­fel­erfah­rung. Las­sen wir uns fla­shen. Las­sen wir uns ver­än­dern – für unse­re eige­ne Rea­li­tät, für unse­ren All­tag. Dei­nen Tod o Herr ver­kün­den wir und dei­ne Auf­er­ste­hung prei­sen wir – bis du kommst in Herr­lich­keit. Amen. 

Rebek­ka Redin­ger-Kneißl, 
Direk­to­rin im Haus der Begeg­nung HEI­LIG GEIST 
Refe­ren­tin für die Pries­ter der Welt­kir­che im Bis­tum Passau 

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