Nachricht

Kairos mit Dean Wilmington

Heilig Geist Burghausen HDB am 05.05.2026

Info Icon Foto: Rebekka Redinger-Kneißl

Am 4. Mai 2026 begrüßte Reinhold Sterflinger von der KEB RIS im Saal des Haus der Begegnung zum 95. Kairos. Der Überraschungsgast des Abends war Dean Wilmington - seit September 2024 der Leiter des Kulturbüros der Stadt Burghausen. Sterflinger zitierte zu Beginn Wilmingtons Aussage in einem Zeitungsinterview zum Amtsantritt: "Ich liebe die Bühne. Ich liebe es auf der Bühne zu sein. Aber ich mag es nicht in der Öffentlichkeit zu stehen." Doch,  wie von Sterflinger angekündigt, machten es die rund 70 Gäste Wilmington leicht in einer kurzweiligen Stunde von seinem Leben und seinem Glauben zu erzählen, auch in der Öffentlichkeit. 

Es sei die gute Stim­me” — so titu­lier­te Dean Wilm­ing­ton sei­nen Vor­trag, die ihn im Leben immer wie­der gelei­tet und beglei­tet hät­te, auch wenn Vie­les erst im Nach­hin­ein einen Sinn ergibt. 
Die Kind­heit des 56-jäh­ri­gen gebür­ti­gen Aus­tra­li­ers prä­gen vie­le Umzü­ge. Durch die Stel­lung sei­nes Vaters beim Mili­tär wech­selt die Fami­lie oft den Wohn­ort. Die vie­len Kon­takt­ab­brü­che fal­len ihm als Kind schwer. Er sei zurück­hal­tend, fast schon schüch­tern gewe­sen, beschreibt sich Wilm­ing­ton. Dabei prägt ihn die eth­ni­sche Viel­falt, die ihm vor allem in Dar­win, dem aus­tra­li­schen Tor nach Asi­en, begeg­net. Die Eltern hat­ten die vie­len Umzü­ge und Ent­schei­dun­gen immer klar kom­mu­ni­ziert. Es sei zwar nicht immer alles eige­ne Wahl gewe­sen, aber es war die gute Stim­me, die sie geführt habe. Alles kommt so, wie es sein muss. Die­ser Satz, der tief im Glau­ben ver­wur­zel­ten Eltern prägt Wilm­ing­ton. 
Schon mit drei Jah­ren ent­deckt Wilm­ing­ton die eige­ne klei­ne Stim­me als er ver­kün­det: Ich möch­te Beet­ho­ven auf dem Kla­vier spie­len.” Der Vater kauft und restau­riert ein altes Har­mo­ni­um, das Wilm­ing­ton mit­hil­fe eines Staub­saugers statt der uner­reich­ba­ren Fuß­pe­da­le spie­len lernt. Die Grund­la­gen der ers­ten Töne lernt er noch von sei­ner Mut­ter, dann wird er zum Autodidakt. 

Wo die Rei­se für ihn hin­geht, erklärt Wilm­ing­ton, war zwar nicht immer klar, aber doch irgend­wie vor­her­be­stimmt. Wäh­rend die Fami­lie an den Wochen­en­den Sur­vi­val Cam­ping im Out­back betreibt, merkt er, dass das Leben drau­ßen, im Frei­en , nicht das sei­ne ist. Er setzt nach sei­nem Schul­ab­schluss alles auf eine Kar­te und stu­diert Musik mit dem Schwer­punkt Kon­zert­pia­nist, Diri­gent und Kom­po­si­ti­on an der Musik­hoch­schu­le in Bris­bane. Dort ver­sin­ken er und sei­ne Kom­mi­li­to­nen in ihrer eige­nen Welt, ohne Plan B und ohne rech­te Gedan­ken an die Zukunft. Denn Berufs­mu­si­ker ist in der aus­tra­li­schen Kul­tur­land­schaft, so beschreibt es Wilm­ing­ton, kei­ne Opti­on, um ein­mal eine Fami­lie zu ernäh­ren. 
Als sich die Chan­ce auf­tut nach Mün­chen als Gast­stu­dent zu gehen, ergreift er die­se. Es sei schwer gewe­sen sich im deut­schen Büro­kra­tie­dschun­gel zurecht­zu­fin­den, erin­nert sich Wilm­ing­ton, doch er habe es geschafft. Denn er woll­te ger­ne blei­ben, beson­ders dann als er sei­ne Frau ken­nen­lernt. Er ent­deckt das Did­ge­ri­doo, das Instru­ment der Abori­gi­nes für sich, bringt es sich sel­ber bei und ver­mischt den Did­ge­ri­doo Sound mit Jazz, Tech­no, Dudel­sack und afri­ka­ni­schen Rhyth­men. So knüpft er Kon­tak­te in der Musik­sze­ne und macht sich gleich­zei­tig selbst einen Namen. Als ein High­light bezeich­net er sei­nen Auf­tritt 1999 wäh­rend der Son­nen­fins­ter­nis im Olym­pia­sta­di­on mit live Über­tra­gung. Im Nach­gang erhält er mit 29 Jah­ren einen Lehr­auf­trag an der Hoch­schu­le für Musik und Thea­ter in Mün­chen. Es folgt die Fami­li­en­pha­se und nach 17 Jah­ren als Dozent merkt Wilm­ing­ton von einem Tag auf den andern, dass er die­se Tätig­keit nicht mehr aus­füh­ren kann — aus Fair­ness sich selbst, aber auch den Stu­den­ten gegen­über. Er geht für drei Jah­re nach Trier. Danach hat er sechs Jah­re lang die musi­ka­li­sche Lei­tung des Thea­ter an der Rott in Eggen­fel­den inne. Auch dort merkt er plötz­lich, dass das Thea­ter nicht mehr der rich­ti­ge Ort für ihn ist. 

Als er die Stel­len­an­zei­ge für die Lei­tung des Burg­hau­ser Kul­tur­bü­ros in den Hän­den hält, ist es wie­der Fügung. Er und sei­ne Frau füh­len sich hier ange­kom­men. Sie sind glück­lich, so sagt er. 

Ange­kom­men scheint Wilm­ing­ton auch im Glau­ben. Auch hier hat er einen Weg hin­ter sich, beschreibt er zum Abschluss sei­nes Vor­trags. Die Eltern waren gläu­big, so bekam er die Grund­la­gen mit. Doch dann gab es eine Zeit in sei­nem Leben, da zähl­te nur die Musik, bis er sich schließ­lich selbst hin­ter­frag­te und er sich selbst vor die Ent­schei­dung stell­te, gläu­big zu sein oder es zu las­seen. Nicht gläu­big zu sein, hät­te für ihn den Weg in den Ego­is­mus bedeu­tet, bis zum Zeit­punkt des Todes best­mög­lich zu leben und dann in eine gro­ße Lee­re zu fal­len. Mit der Alter­na­ti­ve setz­te er sich inten­siv aus­ein­an­der. So habe er ange­fan­gen mit dem Satz: Gott ist Lie­be. Bedin­gungs­lo­se Lie­be.” Damit habe er etwas anfan­gen kön­nen. 
Er und sei­ne Frau mach­ten sich auf die Suche nach dem rich­ti­gen Weg für sie. Ange­fan­gen in der angli­ka­nisch-metho­dis­ti­schen Gemein­de in Mün­chen, über den Ein­tritt in die evan­ge­li­sche Kir­che wäh­rend der Fami­li­en­pha­se in Gil­ching. Das fühl­te sich nicht rich­tig an”, beschreibt Dean Wilm­ing­ton im Rück­blick. In Eggen­fel­den ent­deck­te er dann die katho­li­sche Kir­che für sich. Er schmun­zelt: Es ist eine inter­es­san­te und auch kom­pli­zier­te Art zu glau­ben. Und ich ler­ne immer wie­der neu dazu.” 

Am Ende macht alles einen Sinn, denn es ist die gute Stim­me, die uns führt. Und so schließt Wilm­ing­ton sei­nen Vor­trag mit Joh 10,27: Mei­ne Scha­fe hören mei­ne Stim­me, und ich ken­ne sie und sie fol­gen mir.” 

Weitere Nachrichten

13.05.2026

Abschluss und Beauftragung „Glaubenskreis leiten und gestalten“

Zum Abschluss der Weiterbildung „Glaubenskreis leiten und gestalten“ wurden die Teilnehmenden von DD Dr. Hans…

Die Teilnehmenden an der Weiterbildung mit ihren Urkunden
Nachricht
08.05.2026

Vergessene Krisen | Günther Jäger auf Lesbos

Zum Ende der Ausstellung „Manchmal male ich ein Haus für uns – Europas vergessene Kinder“ standen die Träume,…

Sonntagsimpuls
03.05.2026

Sonntagsgedanken | Ein Platz ist bereitet

Eine tröstliche Zusage: Bei Gott ist ein Platz für jede und jeden vorbereitet, und Jesus führt sicher…

Fenster in warmen Farbtönen
Nachricht
28.04.2026

Ludwig Raischl - Mitglied des Synodalteams im Bistum Passau

Damit Synodalität und die Ergebnisse der Bischofssynode bestmöglich in den Teilkirchen umgesetzt werden…

Ludwig Raischl steht vor der ältesten Heilig-Geist Darstellung im HdB und hält seine Ernennungsurkunde für das Synodalteam in den Händen