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Kairos – eine Zeugin der Zeit | Schwester Bernadette Brommer

Heilig Geist Burghausen HDB am 10.11.2025

Zur Begegnung mit einer Zeitzeugin wurde zum Novemberkairos als Überraschungsgast Schwester Bernadette Brommer von der Gemeinschaft vom Guten Hirten aus München begrüßt. Sie ist Seelsorgerin in Behinderteneinrichtungen, zuvor Klinikseelsorgerin, Podcasterin und eine Frau, die aus vielen Feldern Lebensnähe schöpft.

War­um Schwes­ter Ber­na­dette ins Klos­ter ging? Auf ein­mal ist die Beru­fung zur Klos­ter­schwes­ter gekom­men und nicht so genau zu erklä­ren. In ihrem Leben und in ihrer Arbeit sucht sie sich nicht die The­men, sie kom­men mit den Men­schen auf sie zu. Sie beglei­tet sie, hört zu und ver­sucht zu unter­stüt­zen. So erzählt sie von ihrer Arbeit mit einer kran­ken, wohl­ha­ben­den Frau und den guten Kon­takt, der ent­steht. Sie weiß, dass die Frau kirch­lich beer­digt wer­den möch­te. Nach dem Tod der Frau soll angeb­lich alles anders sein, eine ihr unbe­kann­te Per­son über­nimmt nun die Ver­ant­wor­tung. Schwes­ter Ber­na­dette geht die­sem Umstand nach, beglei­tet von Erb- und Voll­machts­ge­schich­ten, und ver­sucht zu klä­ren, wel­che Bedeu­tun­gen hin­ter die­sen Wen­dun­gen stehen.

In der Begeg­nung mit einer unbe­kann­ten Voll­machts­per­son nähert sie sich einem kom­ple­xen Netz aus Erb­schaft, Ver­ant­wor­tung und Trau­er. Sie schreibt ihre Erfah­run­gen auf, auch ihre Ohn­macht, und dar­aus ent­steht ein Buch, das Ein­blick in ein Leben vol­ler Fra­gen gibt. Vier­zehn Jah­re lang doku­men­tiert sie Akten und Fäl­le – eine stil­le, beharr­li­che Spu­ren­su­che, bei der recht­li­che Ent­wick­lun­gen in Deutsch­land trotz ihres breit ange­leg­ten Enga­ge­ments oft kei­ne Ände­rung erfuh­ren. Ihr zen­tra­les Anlie­gen bleibt jedoch klar: Men­schen in der Trau­er zu beglei­ten – unab­hän­gig davon, ob sie kirch­lich gebun­den sind oder nicht.

Schwes­ter Ber­na­dette, eine Schwes­ter vom Guten Hir­ten, erscheint in ihrem Enga­ge­ment wie eine gute Hir­tin, die ana­log zum bibli­schen Gleich­nis dem einen ver­lo­re­nen Schaf nach­geht. Als enga­gier­te Katho­li­kin rich­tet sie ihren Blick auf Men­schen in Not, die oft am Rand ste­hen. Ihre Arbeit und ihre Geschich­ten regen am Kai­ro­sabend zu leb­haf­ten Gesprä­chen an, die über das kon­kre­te Bei­spiel hin­aus­ge­hen und Fra­gen nach Iden­ti­tät, Ver­ant­wor­tung, Gemein­schaft und Spi­ri­tua­li­tät aufwerfen.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen über Schwes­ter Ber­na­dette fin­den Sie unter www​.mysis​ter​act​.de, einer Anlauf­stel­le für vul­nerable Personen.

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