Sonntagsimpuls

Gedanken zum Sonntag | Ernte-DANK

Heilig Geist Burghausen HDB am 06.10.2024

Info Icon Bild: Ludwig Raischl

"Jesus geht es ums Herz": Im ersten Teil des Sonntagsevangeliums (Lukas 10,2-16) geht es um die Ehe, um die Beziehungen, das "Zusammen-gespanntsein".

Es geht dar­um, wenn es schwie­rig wird, wenn die Ehe zur Höl­le wird, so eine Stim­me beim Bibel­ge­spräch am Mon­tag­abend. Es geht dar­um, wenn sich mehr Fra­gen auf­tun und Ant­wor­ten sich nicht leicht fin­den las­sen. Kein leich­ter Text“, so eine ande­re Stim­me aus dem Bibel­ge­spräch. Wie wohl­tu­end am nächs­ten Tag in der Zei­tung eine gute Nach­richt“ zu lesen: die Zahl der Ehe­schei­dun­gen sind 2023 in Bay­ern auf Rekord­tief. Die Bedeu­tung der Ehe­be­ra­tungs­stel­len wur­de im Arti­kel her­vor­ge­ho­ben. Gut so.

In den Beziehungen geht es Jesus ums Herz.

Jesus spricht von der Her­zens­här­te, der Her­zen­star­re der Pha­ri­sä­er. Das ist ein Krank­heits­be­fund. Es han­delt sich um einen skl­ero­ti­schen Zustand. Dar­an kann der Mensch zugrun­de gehen. Nicht nur die Men­schen damals, nicht nur die Pha­ri­sä­er, wir Men­schen ins­ge­samt sind da anfäl­lig. Gibt es da eine Medi­zin und eine The­ra­pie, die hilft? Da kom­men die Kin­der ins Spiel. Die Jün­ger, auch sie the­ra­pie­be­dürf­tig, wei­sen zurecht, eine sanf­te Über­set­zung, wört­lich sie fah­ren die Leu­te an, wol­len die Kin­der weg­scheu­chen, denn sie wür­den stö­ren. Wie­der eine Akti­on aus einer Her­zens­star­re her­aus. Jesus ist da von ande­rer Art. Er reagiert emo­tio­nal. Sein The­ra­pie­vor­schlag ist, von den Kin­dern zu lernen. 

Was ist zu lernen?

Kin­der sind auf das Beschenkt­wer­den ange­wie­sen. Mensch­li­ches Leben ist auf das Beschenkt­wer­den, auf das Emp­fan­gen ange­wie­sen. Arm der Mensch, der meint alles sich erar­bei­ten zu müs­sen. Heu­te in unse­rer von Leis­tung bestimm­ten Welt ist das ein wich­ti­ges Gegen­über. Glück­lich, wer weiß, dass er sein Leben geschenkt bekom­men hat. Glück­lich wer sich erfreu­en kann – heu­te am Ern­te­dank­sonn­tag- an den Früch­ten der Erde und sie genie­ßen kann. Allein Ern­te­dank­al­tä­re in die­sen Tagen in unse­ren Kir­chen zie­hen unse­re Bli­cke an und wei­ten das Herz. Die­ses Wis­sen um das Geschenk wird uns leich­ter immer wie­der anpa­cken lassen.

Eine gute Übung:

Eine gute Übung ist, ein­mal eine Minu­te inne­zu­hal­ten und nach­zu­sin­nen, was ich in den letz­ten Tagen, in der letz­ten Zeit in die­sem Sin­ne geschenkt bekom­men habe und emp­fan­gen durf­te: an mensch­li­cher Zuwen­dung, am Gefühl der Men­schen- und Got­tes­nä­he bis hin zum Dank über die Früch­te der Erde. 

Emp­fäng­lich und dank­bar sein, das legt uns Jesus heu­te als Rezep­tur gegen die Her­zens­skle­ro­se in unse­re offe­ne Hand. Es wird unser Herz weit machen! Las­sen wir uns die­se Augen­bli­cke des stil­len Nach­sin­nens schen­ken.

Info Icon Bildquelle: freephotos-pixabay

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Ludwig
Raischl

Theologischer Referent im Haus der Begegnung HEILIG GEIST, Leiter Grundkurs Gemeindlichen Glaubens

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